5 Tipps für Eltern eines hochsensiblen Kleinkinds von 2-3 Jahren | SOCIAL MOMS

5 Tipps für Eltern eines hochsensiblen Kleinkindes

So kannst du dein Kind in der Hochsensibilität unterstützen und fördern

Diese Tipps können dir weiterhelfen, aber vergiss nicht, dass hochsensible Kinder in diesem Alter sehr unterschiedlich sein können. Verlasse dich deshalb auf dein Gespür und deine gesunde Menschenkenntnis. Vertiefe dich nur in die Tipps, die für dich umsetzbar und nützlich sind und lass die anderen links liegen.


  1. Qualität vor Quantität

    Folge dem Prinzip ‚Wenig aber gut‘, wenn du den Alltag deines Kindes planst. Meistens wird in den Institutionen auf das Bedürfnis der meisten Kinder nach Stimulation Rücksicht genommen. Deshalb kann dein Kind einen gesteigerten Bedarf haben, seine Batterien zuhause aufzuladen.
    Denk daran: Dein Kind soll nicht abgeschirmt werden, weil es hochsensibel ist. Denn wie alle anderen Kinder auch, braucht es neue Herausforderungen und Anreize, um sich weiterzuentwickeln und seinen Horizont zu erweitern. Achte darum darauf, deinem Kind sinnvolle und bedachtsam ausgewählte Aufgaben zu geben. Und sorge für ausreichend Pausen, damit es auch danach noch Kraft und Mut hat, wieder etwas Neues auszuprobieren.
    Du bist selbst nicht hochsensibel und sehnst dich nach mehr Erlebnissen? Dann solltest du für dich sorgen. Es ist nämlich genauso wichtig, dass auch du deine Batterien aufladen kannst, damit du dich nicht eingesperrt und unterfordert fühlst -  weil dein Kind einen ruhigeren und gleichförmigeren Alltag braucht.
  2. Achtsame Zeit – wenig Medienzeit

    Dein Kind braucht Zeit mir dir, in der du voll und ganz anwesend bist. Nur so entwickeln sich sein Gehirn und seine sozialen Fähigkeiten. Wenn dein Kind auf deinem Schoß sitzt und du nebenbei auf dein Handy siehst, spürt es, dass du mit deiner Aufmerksamkeit nicht bei ihm bist.
    Passiert das häufiger, riskierst du, dass es dein Kind so erlebt: Ich werde nicht gesehen, ich bin nicht wichtig, ich werde nicht geliebt und ich bin überflüssig. Diese Erfahrung – unabhängig davon, ob es deine Intention war – kann dein Kind sein Leben lang begleiten.
    Nimm dir jeden Tag Zeit, um mit deinem Kind zu spielen. Ein Spiel, bei dem du dich voll und ganz auf die Vorstellungswelt deines Kindes einlassen kannst. Diese Form des Kontakts vermittelt deinem Kind ein Gefühl von Bedeutsamkeit: ich bin hier, ich bin erwünscht, ich werde geliebt und ich gehöre dazu. Das hilft ihm dabei, ein gesundes Selbstgefühl zu entwickeln, das dein Kind sein Leben lang positiv und stärkend begleiten wird.

    Viele Studien zeigen, dass die Eltern heutzutage viel gestresster sind als noch vor 20 Jahren, obwohl sich das Verhältnis von Arbeits- zur Freizeit nicht wesentlich verändert hat. Der markante Unterschied hingegen ist die Zunahme der Medienzeit: die Väter lesen online Nachrichten und die Mütter verbringen viel Zeit in den sozialen Medien. Darum: Wähle besonnen die Zeit, die du online und am Rechner verbringst. Vor allem in diesen ersten Jahren, die so wichtig für die Entwicklung deines Kindes ist.
  3. Eine liebevolle Atmosphäre zuhause

    Dein hochsensibles Kind reagiert stark auf Stimmungsschwankungen. Eltern von Kindern in diesem Alter haben in der Regel ein ‚strammes Programm‘, was zu großem Druck und ‚kurzer Lunte‘ führen kann. Im schlimmsten Fall führt es zu einer eisigen Stimmung zwischen den Eltern, den Kindern und ihren Eltern und unter den Geschwistern. Hier sind ein paar der gängigen Fallen, die du vermeiden kannst, um eine liebevolle Atmosphäre zu erzeugen:

    Einem Elternteil, meistens dem Vater, wird die Rolle des ‚Harten‘ zugewiesen, der nur Forderungen stellt, während die Mutter die Auflagen eher lockert. Das führt dazu, dass die Mutter vorgezogen und der Vater abgewiesen wird, was den Zusammenhalt in der Familie in Gefahr bringt. Sorge für Ausgewogenheit, indem die Mutter mehr Forderungen stellt und der Vater auch für lustige, unbeschwerte Momente mit seinen Kindern zuständig ist.

    Die Eltern sind zwar mit ihren Kindern liebevoll aber nicht miteinander.
    Das Kind genießt zwar die Fürsorge und Aufmerksamkeit beider Elternteile, aber leidet unter dem mangelnden Kontakt der Eltern untereinander. Sorge für Ausgewogenheit, indem ihr eurer gemeinsamen Zeit Vorrang gebt und sie gestaltet.

    Die Geschwister konkurrieren um Privilegien, um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern usw. Anhaltende Konkurrenz sorgt für eine Überstimulation des Nervensystems und erzeugt Unruhe in der ganzen Familie. Sorge für Ausgewogenheit, indem du mit jedem Kind ungeteilte Zeit verbringst und gleichzeitig deutlich machst, dass du sie häufiger liebevoll miteinander spielen sehen willst.
  4. Sorgsame Auswahl der Betreuung

    Wähle eine Institution, in der besonders auf Ruhe, herzlichen Kontakt und zuverlässige Routinen Wert gelegt wird. Dein hochsensibles Kind braucht einen Alltag, der sich durch Vorhersehbarkeit, Gemeinschaft und Nähe auszeichnet – und weniger durch Stimulation, Herausforderungen und neue Erlebnisse.
    Das bedeutet NICHT, dass du dein Kind vor Herausforderungen schützen sollst, sonst entwickelt es nur unnötige Ängste. Aber es wird eher den Mut fassen, sich Neuem zu stellen, wenn die Umgebung in der Betreuungseinrichtung ruhig und unaufgeregt ist und die Kinder untereinander gut zurechtkommen.
    Stell dich und die Familienplanung darauf ein, dass die Eingewöhnung im Kindergarten länger als durchschnittlich dauern kann.
  5. Ruhe im Körper finden

    Druck und Stress können sich in Form von Verspannungen im Körper äußern. Ein aktives, hochsensibles Kind braucht dann Bewegung. Ein eher ruhiges hochsensibles Kind findet die innere Ruhe und Entspannung bei einem Fußbad oder einer kleinen Massage. Was würde deinem Kind helfen, um sich zu entspannen?
  • ein Spaziergang oder eine Fahrradtour
  • Gartenarbeit
  • sich wie Fantasietiere zu bewegen oder über den Teppich zu rollen
  • sich kaputt zu lachen, Kitzelspiele
  • ein Bad mit beruhigendem Badesalz

 

Hole dir einen Termin bei einem Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Osteopathen, der sich auf Kinder spezialisiert hat. Diese Fachleute können klären, ob dein Kind Probleme mit seiner Körperwahrnehmung hat. Vielleicht hilft ihm eine Gewichtsdecke (Kugeldecke) oder ausgleichende Übungen und stimulierende Druckpunkttherapie mit Bürsten.


Quelle: Wir haben diesen Text mit Erlaubnis der dänischen Psychologen Lise und Martin August von deren Blog aus dem Dänischen übersetzt. https://sensitiv.dk - Übersetzung Kerstin Schöps


Photo by Jelleke Vanooteghem on Unsplash



 


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Redaktion SOCIAL MOMS

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