Was ist passives Einkommen und welche Möglichkeiten habe ich, meine Finanzen als Alleinerziehende zu verbessern? | SOCIAL MOMS

GUT ALLEINERZIEHEND


Kolumne #3 - Warum Zeit nicht gleich Geld ist und was das für deine Finanzen bedeutet

Mit dem Eltern-werden geht in der Regel einher, dass wir weniger Zeit zum Arbeiten haben, aber gleichzeitig mehr Geld benötigen. Bei Alleinerziehenden klafft diese Schere noch weiter auseinander, denn dort bleibt die Zeit, in der die Kinder Fürsorge und Zuwendung benötigen gleich, während die Manpower für Kinderbetreuung und Arbeit sich halbiert. Unsere SOCIAL MOMS Kolumnistin Silke erklärt jedoch, warum Zeit nicht gleich Geld ist und wie wir durch passives Einkommen unsere finanzielle Situation aufbessern können.


Vor kurzem lief der längst vergessene Song „Time is cash, time is money“ von BAP im Radio. Ich summte gleich fröhlich mit, hielt dann aber abrupt inne. Denn „Zeit gegen Geld“ tausche ich heute nicht mehr so freimütig. Als alleinerziehende Mama von zwei Kindern steht mir nämlich nicht mehr soviel Zeit zum Geldverdienen zur Verfügung.


Aber als ich meinen ersten Arbeitsvertrag unterschrieb, glaubte ich noch sehr fest an den Tausch von Zeit gegen Geld. Ich schluckte zwar schwer, als ich erfuhr, dass ich von 9-18 Uhr arbeiten muss, aber von nichts kommt nichts, dachte ich mir. Gib deine Zeit und nimm das Geld. Schließlich machten das auch alle anderen so. Und es fühlte sich auch irgendwie gut an zur hart arbeitenden Bevölkerung zu gehören.

Immer mehr Arbeit und keinen Cent extra

Bei diesen Arbeitszeiten blieb es jedoch nicht. Ich wollte mehr Cash, ich gab noch mehr Zeit und kletterte auf der Karriereleiter etwas nach oben. Und da hatte ich plötzlich so viel zu tun, dass ich schon sehr früh auf der Arbeit war und das Büro erst spät verließ. Dass das alles unbezahlte Überstunden waren, versteht sich von selbst!


Hier hätte ich merken müssen, dass mehr Zeit nicht gleich mehr Geld bedeutet. Denn das gute Gehalt ließ auf sich warten. Aber der Raubbau an meiner täglichen Zeit blieb. Hier noch ein Projekt, da noch ein Problem, das scheinbar nur ich lösen konnte und am Wochenende nahm ich Arbeit mit nach Hause. Ganz schön doof, möchte ich mir heute zurufen. 


Als dann immer noch keine Gehaltserhöhung kam, klopfte ich selbst bei der Geschäftsführung an und wurde einfach abgeschmettert. Ich gebe zu, ich hatte mich nicht gut vorbereitet. Ich dachte, es ist doch offensichtlich, was ich leiste und war entsprechend vor den Kopf gestoßen.


Meine Motivation sank, denn noch mehr arbeiten konnte ich einfach nicht. Ich gab doch schon fast meine gesamte Zeit. Ich hatte mein eigenes Ich, meine Wünsche und Bedürfnisse auf ein Minimum reduziert. Und so flatterte mir schließlich statt mehr Geld eine saftige Rechnung ins Haus: Burnout.

Nicht das Geld ist limitiert, es ist die Zeit

Rückblickend bin ich sehr froh, dass meine Gesundheit in diesem Arbeitszeitirrsinn auf die Bremse trat. Denn mit dem Burnout kam mein Umdenken. Ich war an meine persönliche Grenze gestoßen und fing an meinen Glaubenssatz: „Wer viel Geld verdienen will, muss viel Zeit dafür opfern“ zu hinterfragen.


Und so fiel nach der Babypause die Entscheidung mich selbständig zu machen. Denn dadurch konnte ich einen höheren Stundenlohn festlegen und meine tägliche Arbeitszeit schrumpfte bei gleichbleibendem Einkommen. Für mich als Mutter eines Einjährigen ein Segen.


Aber es blieb weiterhin eine Kopplung von Zeit und Geld. Schlimmer noch: War ich krank oder kümmerte mich um die Familie, verdiente ich kein Geld. Mir fiel damals aber keine bessere Lösung ein und vertraute in Ausfallzeiten einfach auf meinen Ehemann. Schließlich ist es tief in uns verankert, dass wir zur Berechnung des Einkommens, automatisch den täglichen Zeitbedarf als Maßstab nehmen. 


Der Tag hat aber nur 24 Stunden. Mit diesem limitierten Zeitkontingent müssen wir klarkommen. Mehr gibt es nicht, erst morgen wieder. Geld hingegen ist in riesigen Mengen vorhanden.

Wie ich Zeit und Geld entkoppelt habe

Mittlerweile weiß ich, dass sich Geld auch ohne einen direkten 1:1 Zeit-Tausch verdienen lässt. Sonst wäre es nicht erklärbar, warum manche Menschen in kurzer Zeit Millionäre werden, während andere trotz Vollzeitjob gerade mal den nächsten Monat finanzieren können.


Dieses Wissen habe ich gesucht und gefunden, seit ich vor 5 Jahren plötzlich Alleinerziehende wurde. Kein Ehemann mehr da, der mich in unsicheren Zeit unterstützt und schlussendlich noch weniger Zeit zum Arbeiten! Die Kosten für das Leben mit meinen beiden Kindern sind aber nicht geringer geworden – ganz im Gegenteil. 


Aber wie kann ich Geld verdienen, ohne meine 24 Stunden am Tag zu schröpfen und meine Gesundheit und die gemeinsame Zeit mit den Kindern zu opfern?


Meine Lösung dazu baut sich aus unterschiedlichen Einkommenstöpfen auf. Ich bin nicht mehr abhängig von dem einen Gehalt oder dem einen Kunden. Denn ich habe gemerkt, dass durch diese Abhängigkeit Angst entsteht. Was soll ich tun, wenn mein Job weg ist? Diese Angst schnürt die Kehle zu und lässt uns dann weit mehr leisten und Zeit investieren, als wir bezahlt bekommen. 


Daher habe ich meine Arbeitspakete kleiner geschnürt. Dadurch sind meine Einkommenstöpfe einzeln betrachtet nicht sehr groß, aber in Summe ergänzen sie sich monatlich prima und lassen mich beruhigt schlafen. Und meine allerliebsten Töpfe sind die aus passivem Einkommen.

Was ist passives Einkommen?

Ein passives Einkommen erkennt man daran, dass eben kein direkter Zeit-gegen-Geld-Tausch stattfindet. Mieteinkünfte sind ein gutes Beispiel dafür oder Zinsen. Leider besitze ich weder eine Immobilie noch gibt es derzeit Zinsen aufs Bankguthaben.


Daher habe ich weitergesucht und meine ersten passiven Einnahmen über meinen Blog „gut-alleinerziehend.de" bezogen. Aus reiner Neugier hatte ich bei Empfehlungs- und Werbeprogrammen mitgemacht und so direkt ein paar Euros verdient. Auch mein E-Book „Gut leben als Alleinerziehende“ ist ein tolles passives Einkommen geworden. Zugegeben, das Schreiben des Buches hat Zeit gekostet. Aber jetzt bringt es mir jeden Monat Geld, ohne dass ich etwas dafür tun muss. 

Wenn du selbst auf der Suche nach einem passiven Einkommenstopf bist, dann helfen dir vielleicht diese Ideen weiter:

  • Du kannst Dinge gegen Geld verleihen,
  • eine Garage oder einen Stellplatz vermieten,
  • Wohnraum oder ein Gästezimmer untervermieten,
  • Fotos, Zeichnungen oder Illustrationen über Stockbild-Plattformen anbieten,
  • oder dein Hobby / Wissen per Video auf YouTube teilen

Darüber hinaus fördert regelmäßiges Ausmisten bei mir auch immer wieder Dinge zu Tage, die ich gut verkaufen kann. Das ist zwar kein passives Einkommen, aber ich mache das sehr gerne zusammen mit meinen Kindern und muss so nicht X Stunden mehr arbeiten.


Geld lässt sich also unabhängig von der klassischen Arbeitszeit verdienen. Es braucht aber erstmal Zeit, um eine Idee reifen zu lassen und sich Wissen anzueignen. Denn gute Ideen entstehen nicht im Vollstress. Daher beschließe ich diesen Artikel mit einem meiner Lieblingszitate von John D. Rockefeller: „Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten.“ 


Das gilt übrigens auch für deine Ausgaben. Jeden Euro den du nicht ausgibst, musst du weniger verdienen. Ich wünsche dir gutes Gelingen!



Autor*in

Silke Wildner - AUTORIN

Bad Nauheim

Silke ist Art Director, Bloggerin und Autorin und seit Ende 2014 alleinerziehende Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Ihr Mann trennte sich genau 14 Tage nach der Geburt des zweiten Kindes. Aus einer erschütternden Erfahrung wurde der Beginn eines neuen Lebens. Trotz der widrigen Umstände von damals ist sie heute glücklich. Denn das geht – allen Medienberichten und Fernsehreportagen über Alleinerziehende zum Trotz.

www.gut-alleinerziehend.de

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