Checkliste mit 10 typischen Anzeichen für Hochsensibilität bei Kindern | SOCIAL MOMS

So erkennst du, ob dein Baby hochsensibel ist - 0-1 Jahr

Checkliste mit 10 typischen Anzeichen für Hochsensibilität

„Er/ Sie ist eben ein Sensibelchen!“, rutscht es einem schnell raus, wenn sich ein Kind – ob es das eigene ist oder das einer Freundin – unerwartet und ungewöhnlich verhält: Es weint zu schnell, es lässt sich nicht gerne in den Arm nehmen, es braucht mehr Ruhe als andere Kinder. Oder es gehört zu denen, die alles mitmachen aber danach zusammenbrechen und auf die Überstimulierung mit Schreianfällen und totaler Erschöpfung reagieren. Keine Sorge, das ist keine Entwicklungsstörung und auch nicht gefährlich. Das Kind wird hochsensibel sein, was es vor große Herausforderungen in seinem Leben stellt, ihm aber auch große, besondere Ressourcen zur Verfügung stellt. 


Hochsensible Menschen können Dinge und Sachverhalte tiefer und bewusster empfinden, sie müssen nur lernen, ihre Grenzen zu erkennen und zu schützen. Als Eltern eines hochsensiblen Kindes kannst du das früh erkennen lernen und ihm dabei helfen, seinen Weg zu finden. Die beiden renommierten dänischen Psychologen und Psychotherapeuten Lise und Martin August haben sich auf Hochsensibilität spezialisiert und bieten seit Jahren Kurse an, in denen man lernen kann, mit dieser Eigenschaft umzugehen und den größtmöglichen Nutzen für die eigene persönlichen Entwicklung zu ziehen.

10 typischen Anzeichen für Hochsensibilität

Hochsensible Kinder sind mit einem Nervensystem ausgestattet, das besonders empfindsam und feinsinnig ist – deshalb reagieren diese Kinder auf Kleinigkeiten, die andere Kinder gar nicht bemerken, was schnell zu einer Überstimulierung führen kann.

 

Hochsensible Kinder im Alter von 0-1 Jahr


  1. können gut Augenkontakt halten – diese Kinder wirken sehr präsent, als würden sie auch Kleinigkeiten bemerken, wenn sie z.Bsp. der Bewegung ihrer Mutter im Raum mit den Augen folgen.
  2. haben schneller als andere Kinder das Bedürfnis, sich abzuwenden.
  3. bevorzugen Geborgenheit und das Vertraute. Sie mögen es z.Bsp. nicht, bei Verwandten und Bekannten ‚von Arm zu Arm zu wandern ‘. Am liebsten bleiben sie bei einer Bezugsperson, die sie gut kennen (extrovertierte und neugierige, hochsensible Kinder können es manchmal gut aushalten ‚von Arm zu Arm‘ zu wandern, sind danach aber meistens sehr erschöpft.
  4. reagieren auf Stimmungsschwankungen in der Familie – werden unruhig, wenn Vater oder Mutter nicht gut drauf sind und sind besonders ausgeglichen und froh, wenn es den Eltern gut geht.
  5. weinen weniger als andere Kinder, wenn sie ausgewogen stimuliert sind, und sie weinen mehr als andere Kinder, wenn sie überstimuliert sind.
  6. sind neuen, unbekannten Situationen gegenüber zurückhaltender als andere Kinder – sie wollen es sich erst genauer ansehen, bevor sie teilnehmen (extrovertierte und neugierige, hochsensible Kinder stürzen sich in solche Situationen, reagieren aber häufig stark und betroffen darauf)
  7. tun sich schwer damit, zur Ruhe zu kommen, zu essen oder zu schlafen, wenn viel los war oder es größere Veränderungen gab. Schlafen am besten im Tragetuch, in einer Wippe oder mit direktem Hautkontakt, weil sie die Nähe und wiegende Bewegung sie an die Zeit in der Gebärmutter erinnert.
  8. reagieren stärker als andere Kinder auf Wärme, Kälte, Lärm, Hunger, Durst, Schmerz, Müdigkeit, kratzende Kleidung oder volle Windeln.
  9. können negativ auf Aufheiterungen durch zu fröhliche Stimmen, bunte Spielsachen oder Mobiles, laute Spiele, Cafébesuche, Babyschwimmen, Pekipgruppen oder Ausflüge. Sie wollen lieber Ruhe, Frieden, Geborgenheit und weniger Stimulation. (extrovertierte und neugierige, hochsensible Kinder können solche Situationen meistern und genießen, benötigen danach aber mehr Ruhe als andere Kinder).
  10. erschrecken sich schneller bei lauten Geräuschen, wie schrille Stimmen, Küchenmaschinen und Staubsauger oder bei neunen Geschmackserlebnissen.

Diese 10 Anzeichen ersetzen keinen formellen Test, aber sie geben dir eine Reihe konkreter Beispiele an die Hand, die Eltern und Fachleute, wie Erzieher und Ärzte,  bei einem hochsensiblen Kind im Alter von 0-1 Jahr erkennen können. Alle Babys sind sensibel, weil sich ihr Gehirn und Nervensystem in der Entwickelung befindet, aber ein hochsensibles Kind ist im Vergleich mit Gleichaltrigen noch sensibler.

 

 

Quelle: Wir haben diesen Text mit Erlaubnis der dänischen Psychologen Lise und Martin August von deren Blog aus dem Dänischen übersetzt. https://sensitiv.dk - Übersetzung Kerstin Schöps


Photo by Marcos Paulo Prado on Unsplash





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Redaktion SOCIAL MOMS

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